Verkehrsregeln in Österreich
In Österreich herrscht Rechtsverkehr, genau wie im restlichen Kontinentaleuropa, und es werden Fahrzeuge mit Linkslenkung gefahren. Wenn Sie aus Großbritannien, Irland, Australien oder Japan anreisen, seien Sie an Kreisverkehren und Kreuzungen besonders vorsichtig, bis Sie sich daran gewöhnt haben. Die österreichischen Verkehrsregeln werden landesweit streng durchgesetzt, sowohl mit fest installierten als auch mit mobilen Radarkameras. Bußgelder beginnen bei etwa 30 Euro für geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen und können bei schwerwiegenden Verstößen weitaus höher ausfallen.
Hier sind die wichtigsten Verkehrsregeln, die Sie beim Fahren eines Wohnmobils in Österreich beachten sollten:
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: 130 km/h auf Autobahnen, 100 km/h außerhalb von Ortschaften, 50 km/h in Ortschaften und 30 km/h in Wohngebieten. Wohnmobile und Wohnwagen über 3.500 kg dürfen auf Autobahnen maximal 100 km/h und auf anderen Straßen 70–80 km/h fahren.
- Beleuchtung und Sicherheitsausrüstung: Bei schlechter Sicht und in Tunneln müssen Sie Abblendlicht einschalten; neuere Fahrzeuge sind mit Tagfahrlicht ausgestattet. Führen Sie ein Warndreieck, eine Warnweste und einen Verbandskasten mit, die gesetzlich vorgeschrieben sind.
- Anlegepflicht für Sicherheitsgurte: Alle Insassen, sowohl vorne als auch hinten, müssen Sicherheitsgurte anlegen. Kinder unter 14 Jahren oder mit einer Körpergröße unter 150 cm müssen einen geeigneten Kindersitz oder eine Sitzerhöhung verwenden.
- Alkoholgrenzwert: 0,05 % für normale Fahrer, 0,01 % für Fahranfänger (in den ersten 2 Jahren) und Berufskraftfahrer. Die Strafen sind streng und umfassen hohe Geldbußen sowie den Führerscheinentzug.
- Autobahnvignette: Auf allen österreichischen Autobahnen (A-Straßen) und Schnellstraßen (S-Straßen) ist eine digitale, an das Kennzeichen gekoppelte E-Vignette vorgeschrieben. Preise für die Fahrzeugklasse 2026: 10 Tage 12,80 EUR, 2 Monate 25,60 EUR, jährlich 106,80 EUR. Bei den meisten Mietwohnmobilen bis 3,5 t ist eine Vignette im Preis inbegriffen, erkundigen Sie sich jedoch immer beim Vermieter.
- Sondermautgebühren: Unabhängig von der Vignette fallen auf der Großglockner-Hochalpenstraße, der Brennerautobahn (A13), im Arlbergtunnel, auf der Felbertauern-Straße und auf den Tauern-Strecken Sondermautgebühren an. Diese sollten Sie zusätzlich einkalkulieren.
- Vorfahrt: Geben Sie dem von rechtskommenden Verkehr Vorfahrt, sofern nicht anders ausgeschildert. Auf schmalen Alpenstraßen haben bergauf fahrende Fahrzeuge in der Regel Vorrang vor bergab fahrenden, und Busse haben stets Vorfahrt.
- Handynutzung: Ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt strengstens verboten. Halten Sie sicher an, wenn Sie Ihr Handy benutzen müssen, andernfalls drohen Bußgelder vor Ort.
Bergpässe und Fahren in den Alpen
Österreich verfügt über eine Reihe spektakulärer hochalpiner Straßen, die zu den aufregendsten Fahrerlebnissen Europas zählen. Das Kronjuwel ist die Großglockner-Hochalpenstraße, eine 48 km lange Serpentinenstraße unterhalb des höchsten Gipfels Österreichs, neben malerischen Pässen wie der Silvretta-Hochalpenstraße (Bielerhöhe), der Nockalmstraße in Kärnten, dem Gerlospass und dem Timmelsjoch im Ötztal.
Die meisten Hochpässe sind je nach Schneelage nur von etwa Anfang Mai bis Ende Oktober/November geöffnet. Die Saison 2026 auf dem Großglockner läuft vom 25. April bis zum 2. November, wobei eine separate Tagesmaut (~46,50 EUR pro Fahrzeug der jeweiligen Klasse) anfällt. Informieren Sie sich vor der Abfahrt immer über den aktuellen Status. Zu den ganzjährig befahrbaren Durchgangsstrecken gehören die Brennerautobahn (A13), der Arlberg-Straßentunnel sowie die Felbertauern- und Tauern-Verbindungen.
Profi-Tipp: Wenn Sie ein größeres Wohnmobil (über 7 m) fahren, gibt es am Großglockner zwar kein festes Längenverbot, doch die 48 km Serpentinen und steilen Steigungen sind in einem kompakten 2-Bett-Camper deutlich komfortabler zu bewältigen. Beachten Sie, dass das Übernachten und Campen auf dem Pass strengstens verboten ist. Vergewissern Sie sich vor der Routenplanung, dass die Straße saisonal befahrbar ist.
Straßenverhältnisse und Wetter
Die österreichischen Straßen gehören zu den am besten gepflegten in Europa und verfügen über ein ausgezeichnetes, gut ausgeschildertes Autobahnnetz. Bergstraßen erfordern jedoch besondere Aufmerksamkeit, insbesondere bei wechselnden Wetterbedingungen. Selbst im Sommer kann sich das Alpenwetter schnell ändern und Nebel, Regen oder Gewitter am Nachmittag mit sich bringen; auf hohen Pässen ist in jedem Monat Schnee möglich.
- Fahren im Winter (Nov.–Mitte April): Bei winterlichen Bedingungen, etwa vom 1. November bis zum 15. April, sind Winterreifen (oder Schneeketten auf schneebedeckten Straßen) gesetzlich vorgeschrieben, wobei die Profiltiefe mindestens 4 mm betragen muss. Österreichische Miettransporter sind in der Saison winterfest ausgerüstet, vergewissern Sie sich jedoch, dass Winterreifen und Schneeketten montiert sind oder mitgeliefert werden.
- Informationen zur Straßenlage: Informieren Sie sich bei den Verkehrsdiensten von ASFINAG und ÖAMTC über die aktuelle Straßenlage und Passsperrungen. Viele hohe Pässe sind im Winter vollständig gesperrt.
- Tunnel: In Österreich gibt es große Straßentunnel wie den Arlberg-, Felbertauern-, Tauern- und Karawanken-Tunnel, von denen einige mit einer Sondermaut belegt sind. Schalten Sie die Scheinwerfer ein und halten Sie einen sicheren Sicherheitsabstand ein.
- Vieh und Wildtiere: Auf Alpenstraßen kann im Sommer Vieh in der Nähe der Straße weiden oder diese überqueren, und in der Morgen- und Abenddämmerung sind häufig Rehe anzutreffen. Verlangsamen Sie Ihre Fahrt und lassen Sie ihnen Platz.
Tank- und Ladestationen
Benzin- und Tankstellen sind in ganz Österreich gut verteilt und decken sogar kleinere Bergdörfer ab. Auf Hauptverkehrsstraßen sind Sie selten weit von einer Tankstelle entfernt, auf abgelegenen Bergpässen können die Entfernungen zwischen den Tankstellen jedoch größer sein. Zu den großen Ketten gehören OMV, Shell, BP, Eni sowie Discounter wie Turmöl.
Diesel (die meisten Miet-Transporter fahren mit Diesel) kostet Mitte 2026 durchschnittlich etwa 1,72–1,83 Euro pro Liter, allerdings sind die Preise schwankungsanfällig, planen Sie daher eine finanzielle Reserve ein. An den Selbstbedienungspumpen akzeptieren die meisten Tankstellen rund um die Uhr Kreditkarten. Für Elektro- oder Hybrid-Wohnmobile verfügt Österreich über ein wachsendes Ladenetz; Standorte finden Sie in Apps wie PlugShare, Chargemap oder im SMATRICS-Netzwerk.
Parken und Maut
Abgesehen von der obligatorischen Vignette und den speziellen Mautgebühren für Alpenstrecken (Grossglockner, Brenner A13, Arlberg- und Felbertauern-Tunnel) gibt es in Österreich keine allgemeinen Straßenmautgebühren für Wohnmobile bis 3,5 t. Schwerere Wohnmobile über 3,5 t nutzen anstelle der PKW-Vignette das entfernungsabhängige GO-Box-System, das jedoch nur für die größten Fahrzeuge relevant ist.
Das Parken in österreichischen Städten ist gut organisiert, kann aber teuer sein: In den Innenstädten gibt es kostenpflichtige Kurzparkzonen, für die ein Parkschein oder eine App erforderlich ist. In vielen Bergdörfern und an Wanderausgangspunkten ist das Parken gebührenpflichtig, und in historischen Altstädten gelten häufig Breiten- oder Übernachtungsbeschränkungen für Wohnmobile. Das Übernachten ist in der Regel nur auf ausgewiesenen Stellplätzen oder Campingplätzen erlaubt, nicht auf Parkplätzen, Raststätten oder in Wohnstraßen.