Verkehrsregeln in Südafrika
In Südafrika herrscht Linksverkehr, genau wie im Vereinigten Königreich, in Australien und in Japan. Wenn Sie aus Kontinentaleuropa oder den USA anreisen, seien Sie an Kreisverkehren, Kreuzungen und beim Überholen besonders vorsichtig, bis Sie sich daran gewöhnt haben. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden durch fest installierte Kameras und Verkehrspolizisten überwacht, insbesondere auf den Autobahnen N1 und N2.
Wichtige Verkehrsregeln für Fahrer von Wohnmobilen und Wohnwagen in Südafrika:
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: 60 km/h in Ortschaften, 100 km/h auf Landstraßen und 120 km/h auf Autobahnen. Wohnmobile und Wohnwagen über 3.500 kg dürfen auf Autobahnen maximal 100 km/h fahren.
- Scheinwerfer: Aus Sichtbarkeitsgründen jederzeit empfohlen. Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang sowie bei Regen oder Nebel vorgeschrieben.
- Gurtpflicht: Alle Insassen müssen jederzeit angeschnallt sein. Kinder unter 3 Jahren müssen in einem Kindersitz sitzen; Kinder von 3 bis 14 Jahren müssen auf dem Rücksitz sitzen.
- Nulltoleranz bei Alkohol am Steuer: Der gesetzliche Blutalkoholgrenzwert liegt bei 0,05 %. Zu den Strafen gehören Geldbußen von bis zu 120.000 Rand und Freiheitsentzug. Stichprobenkontrollen mit Alkoholtestgeräten sind üblich.
- Kreisverkehre: Geben Sie den bereits im Kreisverkehr befindlichen Fahrzeugen Vorfahrt. Fahren Sie nur ein, wenn es sicher ist. Blinken Sie beim Verlassen desKreisverkehrs nach links.
- Vierwegestopps: In Südafrika sehr verbreitet. Fahrzeuge fahren in der Reihenfolge ihrer Ankunft weiter. Wenn zwei Fahrzeuge gleichzeitig ankommen, hat das Fahrzeug auf der rechten Seite Vorfahrt.
- Minibus-Taxis: Achten Sie auf Minibus-Taxis, die plötzlich anhalten können, um Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen. Halten Sie Abstand und rechnen Sie mit unvorhersehbaren Manövern.
- Handynutzung: Während der Fahrt verboten. Verwenden Sie eine Freisprecheinrichtung. Bußgelder bis zu 2.500 R.
Straßentypen und -bedingungen
Südafrika verfügt über ein ausgezeichnetes nationales Straßennetz mit gut gepflegten Autobahnen (N-Straßen), die alle größeren Städte verbinden. Die Garden Route (N2), die Panorama Route und die Strecke Kapstadt–Johannesburg (N1) sind alle asphaltiert und in gutem Zustand. Nebenstraßen in ländlichen Gebieten wie der Wild Coast, dem Cederberg und Teilen von KwaZulu-Natal können jedoch unbefestigt sein und erfordern möglicherweise ein Fahrzeug mit höherer Bodenfreiheit.
Wichtige Hinweise zum Straßenzustand:
- Nationalstraßen (N-Straßen): Hervorragender Asphaltbelag, gut ausgeschildert, regelmäßige Raststätten und Tankstellen. Die N1, N2, N3 und N7 sind die Hauptverkehrsadern.
- Provinzstraßen (R-Straßen): Im Allgemeinen in gutem Zustand, in abgelegenen Gebieten können einige jedoch unbefestigt sein. Die R44 (Küstenstraße von Kapstadt nach Hermanus) ist eine der landschaftlich reizvollsten Strecken der Welt.
- Schotterstraßen: Häufig in Wildreservaten, der Karoo, im Nordkap und auf Bergpässen. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit auf 60–80 km/h. Prüfen Sie den Mietvertrag – einige Unternehmen beschränken die Nutzung von Schotterstraßen auf Allradfahrzeuge.
- Bergpässe: Dramatische Pässe wie der Swartberg-Pass, der Sani-Pass und der Bainskloof-Pass erfordern Vorsicht. Für einige ist ein Allradfahrzeug erforderlich (der Sani-Pass ist dafür bekannt).
- Schlaglöcher: Auf einigen Nebenstraßen können Schlaglöcher auftreten, insbesondere nach starken Regenfällen. Seien Sie wachsam und reduzieren Sie die Geschwindigkeit bei schlechten Straßenverhältnissen.
Profi-Tipp: Lade die Waze-App herunter, um Echtzeit-Informationen zu Verkehr und Straßenverhältnissen zu erhalten. Südafrikanische Autofahrer blinken oft kurz mit der Warnblinkanlage, um sich zu bedanken, wenn du sie vorbeilässt. Die AA Südafrika-App ist ebenfalls nützlich für Pannenhilfe und Routenplanung.
Mautstraßen und E-Maut
Südafrika verfügt auf den Hauptstrecken über ein Mautstraßensystem. Die meisten Mautstellen akzeptieren Bargeld (südafrikanische Rand) sowie Kredit- und Debitkarten. Die Mautkosten liegen in der Regel zwischen 20 und 80 Rand pro Mautstelle. Auf der N1 zwischen Johannesburg und Pretoria kommt das umstrittene E-Toll-System (elektronische Mauterhebung mit Überkopfportalen) zum Einsatz, dessen Durchsetzung jedoch uneinheitlich ist.
Auf der Garden Route (N2) gibt es einige mautpflichtige Straßen, darunter die landschaftlich reizvolle Tsitsikamma-Mautstrecke zwischen Storms River und Plettenberg Bay. Die N3 von Johannesburg nach Durban verfügt über mehrere Mautstellen. Planen Sie für Mautgebühren etwa 200 bis 400 Rand pro größerer Fernfahrt ein.
Kraftstoff und Tanken
Tankstellen gibt es in ganz Südafrika reichlich, besonders an den Hauptverkehrsachsen. Die meisten bieten Vollservice – ein Tankwart füllt Ihren Tank, überprüft Öl und Wasser und reinigt Ihre Windschutzscheibe. Ein Trinkgeld von 5 bis 10 Rand für den Tankwart ist üblich. Der Kraftstoff wird in südafrikanischen Rand (ZAR) bezahlt und kostet etwa 22 bis 25 Rand pro Liter (~1,10–1,30 €). Diesel ist in der Regel günstiger als Benzin.
Profi-Tipp: In abgelegenen Gebieten wie der Karoo, dem Nordkap und entlang der N7 in Richtung Namibia können Tankstellen mehr als 200 km voneinander entfernt sein. Tanken Sie in diesen Regionen immer, wenn Sie eine Tankstelle sehen. Die meisten Tankstellen akzeptieren Bargeld und Karten, aber nehmen Sie zur Sicherheit etwas Bargeld mit.