Autofahren in Frankreich: Was Sie erwartet
Wenn Sie in Frankreich ein Wohnmobil oder einen Camper abholen, ist die gute Nachricht, dass das Autofahren hier unkompliziert ist. Frankreich verfügt über ein ausgezeichnetes, gut ausgeschildertes Straßennetz, von weitläufigen mautpflichtigen Autobahnen bis hin zu ruhigen Landstraßen, und die modernen Kastenwagen, die die meisten Vermieterflotten nutzen, lassen sich wie ein großes Auto fahren.
Das Wichtigste, woran Besucher aus Großbritannien denken müssen, ist, dass in Frankreich Rechtsverkehr herrscht, man also links überholt und an den meisten Kreisverkehren links Vorfahrt gewährt. Fahren Sie in der ersten Stunde langsam, besonders an Kreuzungen und beim Ausfahren aus Raststätten und Tankstellen, dann wird sich der Rest Ihres Roadtrips durch Frankreich ganz natürlich anfühlen.
Führerscheine und Mindestalter
Die meisten Wohnmobile und kleineren Wohnwagen wiegen weniger als 3.500 kg, daher reicht ein normaler Führerschein der Klasse B aus, um in Frankreich eines zu mieten und zu fahren. Größere Wohnmobile der A-Klasse können dieses Gewicht überschreiten und erfordern eine C1-Berechtigung. Überprüfen Sie daher vor der Buchung immer die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs anhand Ihres Führerscheins.
- Führerscheine aus dem Vereinigten Königreich und der EU werden ohne weitere Formalitäten akzeptiert.
- Fahrer aus Nicht-EU- und Nicht-UK-Ländern (z. B. aus den USA, Kanada oder Australien) sollten zusätzlich zu ihrem heimischen Führerschein einen internationalen Führerschein mitführen.
- Das Mindestalter liegt je nach Anbieter in der Regel zwischen 21 und 25 Jahren, und viele erheben einen Aufschlag für junge Fahrer unter 25 Jahren. Überprüfen Sie die Bedingungen, wenn Sie Angebote vergleichen.
Geschwindigkeitsbegrenzungen (und warum sie bei Regen sinken)
Die französischen Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in Kilometern pro Stunde angegeben, nicht in Meilen, also behalte deinen Tacho im Auge. Für schwerere Wohnmobile über 3.500 kg gelten auf einigen Straßen niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber für ein typisches Wohnmobil unter 3,5 t gelten die Standardbegrenzungen. Entscheidend ist, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen bei nassem Wetter gesenkt werden, was viele Besucher überrascht.
- Städte und Ortschaften: 50 km/h (in Innenstädten manchmal 30 km/h).
- Nebenstraßen (N- und D-Straßen): 80 km/h, auf einigen Strecken bis zu 90 km/h.
- Zweispurige Straßen: 110 km/h, bei Regen auf 100 km/h reduziert.
- Autobahnen (Autoroutes): 130 km/h, bei Regen auf 110 km/h reduziert.
- Bei Regen gilt auf Nebenstraßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h, bei Nebel oder schlechter Sicht kann eine pauschale Begrenzung auf 50 km/h gelten.
Blitzer sind weit verbreitet und gut versteckt, halten Sie sich also an die ausgeschilderte Geschwindigkeit.
Péage: Frankreichs mautpflichtige Autobahnen
Frankreichs schnelle Autoroutes (die blau ausgeschilderten A-Straßen) sind meist mautpflichtige Autobahnen, bekannt als Péage. Sie ziehen bei der Einfahrt ein Ticket und bezahlen bei der Ausfahrt an bemannten oder automatischen Schranken mit kontaktloser Karte, Chip-and-PIN oder Bargeld. Achten Sie auf den grünen Pfeil oder das Kartensymbol über einer Fahrspur und meiden Sie die orangefarbenen, mit einem „t“ gekennzeichneten Fahrspuren, die für Inhaber von elektronischen Télépéage-Tags reserviert sind.
Auf langen Strecken summieren sich die Mautgebühren (die Fahrt von Calais an die Côte d’Azur kann für ein Wohnmobil weit über 100 Euro kosten, da größere Fahrzeuge in eine höhere Klasse eingestuft werden), daher lohnt es sich, diese im Budget einzuplanen. Die entspannende Alternative ist, auf die mautfreien N- und D-Straßen auszuweichen: Sie sind zwar langsamer, aber weitaus schöner, führen durch echte Städte und Dörfer und machen die Fahrt selbst zu einem Teil des Urlaubs. Ein guter Plan kombiniert Mautstrecken für große Entfernungen mit landschaftlich reizvollen Straßen, auf denen man Zeit hat.
Crit'Air-Vignette und Umweltzonen
Viele französische Städte haben mittlerweile permanente Umweltzonen (Zones à Faibles Émissions, kurz ZFE), darunter Paris, Lyon, Grenoble und Straßburg. Um in eine solche Zone hineinfahren zu dürfen, muss man eine Crit'Air-Vignette vorweisen, einen kleinen farbigen Aufkleber an der Windschutzscheibe, der die Emissionen des Fahrzeugs von 1 (am saubersten) bis 5 einstuft.
Ältere oder umweltschädlichere Fahrzeuge können tagsüber gänzlich verboten sein, und das Befahren einer ZFE ohne gültige Vignette kann zu einem Bußgeld vor Ort führen. Mietwagen mit Sitz in Frankreich sollten bereits mit der richtigen Crit'Air-Vignette ausgestattet sein, aber es lohnt sich, dies bei der Abholung mit Ihrem Vermieter zu bestätigen, insbesondere wenn Ihre Reiseroute durch eine Großstadt führt.
Das Wichtigste: Regeln, Ausrüstung und Kraftstoff
Ein paar Gewohnheiten und Dinge sorgen dafür, dass Sie auf französischen Straßen gesetzeskonform und sicher unterwegs sind.
- Vorfahrt von rechts: An einigen nicht gekennzeichneten Kreuzungen und älteren Kreisverkehren müssen Sie dem von rechts einfahrenden Verkehr Vorfahrt gewähren. Achten Sie auf die Beschilderung und verlangsamen Sie Ihre Fahrt, wenn die Vorfahrt unklar ist.
- Pflichtausrüstung: Sie müssen eine reflektierende Warnweste (innerhalb der Reichweite im Fahrzeuginneren, nicht im Kofferraum) und ein Warndreieck mitführen. Ziehen Sie die Warnweste an, bevor Sie auf den Seitenstreifen treten.
- Alkohol am Steuer: Der Grenzwert liegt streng bei 0,5 g/l Blutalkohol, was niedriger ist als in England; daher ist es am sichersten, ganz auf Alkohol zu verzichten.
- Handys: Das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt ist verboten und wird streng bestraft; benutze eine Freisprecheinrichtung oder ein fest eingebautes System.
- Kraftstoff: Fast alle Wohnmobile und Wohnwagen fahren mit Diesel, der an französischen Tankstellen als „Gazole“ (oder B7) bezeichnet wird und gelb gekennzeichnet ist. Überprüfen Sie dies vor dem Tanken noch einmal.
- Notfälle: Wählen Sie von jedem Telefon aus die 112, um Polizei, Krankenwagen oder Feuerwehr in ganz Frankreich und der EU zu erreichen.