Die Ringstraße ist Islands bekannteste Route für Wohnmobilreisen und führt in einer logischen Schleife um das gesamte Land herum, wobei praktisch jedes bedeutende Naturwunder zu sehen ist. Diese umfassende siebentägige Reiseroute bietet einen perfekten Einstieg in Island und schafft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fahrzeit und Erkundungsmöglichkeiten. Ganz gleich, ob es sich um Ihre erste Wohnmobilreise oder Ihren hundertsten Roadtrip handelt – die Ringstraße bietet unvergleichliche Naturschönheiten und eine hervorragende Erreichbarkeit.

Übersicht über die Ringstraße

Die Ringstraße (Route 1) erstreckt sich über 1.322 Kilometer und umrundet den gesamten Umfang Islands. Die Strecke ist im Allgemeinen gut ausgebaut und ganzjährig befahrbar (im Winter ist jedoch besondere Vorsicht geboten). Die Ringstraße beginnt und endet in Reykjavik und führt durch verschiedene Klimazonen, geologische Formationen und regionale Kulturen. Eine komplette Rundfahrt kann in 7 bis 10 Tagen zurückgelegt werden, wobei die meisten Reisenden mehr Zeit einplanen, um Nebenstraßen und Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Diese siebentägige Reiseroute deckt die Ringstraße in einem angenehmen Tempo ab und schafft einen Ausgleich zwischen Fahrzeit und Erkundung. Sie erleben die Wasserfälle und Gletscher der Südküste Islands, die Fischerdörfer und Eislagunen der Ostküste, die dramatischen Klippen und geothermischen Gebiete der Nordküste sowie die Vulkanlandschaften der Westküste – alles verbunden durch eine logische Route.

Tagesprogramm

Tag 1

Reykjavík nach Vik (240 km, 3,5 Stunden Fahrt)

Schwerpunkt: Berühmte Wasserfälle und geothermische Sehenswürdigkeiten an der Südküste

Beginnen Sie Ihr Ringroad-Abenteuer in Reykjavik, der Hauptstadt Islands. Brechen Sie früh auf, um möglichst viel Zeit für Erkundungen zu haben. Am ersten Tag fahren Sie in südöstlicher Richtung entlang der meistbesuchten Küste Islands und kommen dabei nacheinander an außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Wichtige Zwischenstopps:

Camping: Die Campingplätze in der Gegend von Skogar oder Vik sind gut ausgestattet und preiswert (25–35 €). Der Campingplatz Skogar bietet natürliche Thermalbecken, ein großer Vorteil an kalten Abenden.

Tag 2

Vik nach Höfn (280 km, 4 Stunden Fahrt)

Schwerpunkte: Schwarze Sandstrände, Gletscher und Vulkanlandschaften

Am zweiten Tag geht es weiter in Richtung Südosten, hin zur dramatischen südlichen Zentralküste Islands. Sie werden auf außerirdisch anmutende schwarze Sandstrände, von Gletschern gespeiste Flüsse und den östlichen Zugang zur Vatnajökull-Gletscherregion stoßen.

Wichtige Stopps:

Camping: Die Campingplätze in der Stadt Höfn sind gut ausgebaut und verfügen über eine hervorragende Ausstattung. Der Campingplatz Höfn bietet Warmwasser- und Stromanschlüsse (30–40 €). Die Stadt bietet Restaurants, Supermärkte und Dienstleistungen – ideal zum Nachfüllen von Vorräten und zum Duschen.

Tag 3

Höfn nach Egilsstaðir (220 km, 3 Stunden Fahrt)

Schwerpunkte: Gletscher, dramatische Fjorde und die Landschaft der Ostküste

Am dritten Tag wechselt die Landschaft von Gletscherlandschaften zu schroffen Fjorden an der Ostküste. Sie kommen an weiteren Eiskappen vorbei, entdecken Fischerdörfer und erleben die weniger touristisch geprägte Ostregion Islands – ein authentischer Kontrast zur überlaufenen Südküste.

Wichtige Zwischenstopps:

Camping: Egilsstaðir ist Islands größte Stadt an der Ostküste. Der Campingplatz Egilsstaðir bietet eine vollständige Ausstattung (25–35 €). In der Stadt gibt es Supermärkte, Restaurants und Dienstleistungen. Nehmen Sie sich einen Abend Zeit, um den Charakter der Stadt zu erkunden – sie ist deutlich weniger touristisch geprägt als die Städte an der Südküste.

Tag 4

Egilsstaðir nach Akureyri (290 km, 4 Stunden Fahrt)

Schwerpunkt: Dramatische Nordküste, Wasserfälle und Schluchten

Am vierten Tag fahren Sie entlang der Nordküste Islands, vorbei an dramatischen Wasserfällen, tiefen Fjorden und auf dem Weg nach Akureyri. Dieser Abschnitt bietet einige der am wenigsten besuchten Sehenswürdigkeiten Islands und ist daher besonders lohnenswert für Fotografen und Naturliebhaber.

Wichtige Zwischenstopps:

Camping: Akureyri, Islands zweitgrößte Stadt, verfügt über hochwertige Campingplätze. Der Campingplatz Akureyri bietet eine vollständige Ausstattung einschließlich Zugang zu einem Thermalbad (30–40 €). Die Stadt bietet ausgezeichnete Restaurants, Supermärkte und kulturelle Sehenswürdigkeiten.

Tag 5

Akureyri nach Blönduós (180 km, 2,5 Stunden Fahrt)

Schwerpunkte: Arktische Küste, geothermische Gebiete und lokale Kultur

Am fünften Tag geht es weiter entlang der arktischen Nordküste Islands in Richtung Blönduós. Dieser Abschnitt bietet zwar weniger spektakuläre Landschaften als die vergangenen Tage, dafür aber authentischen Kleinstadtcharakter und einzigartige geothermische Erlebnisse. Sie befinden sich nun in den nördlichsten Regionen Islands.

Wichtige Stopps:

Camping: Blönduós ist eine kleine Küstenstadt mit einfachen, aber sauberen Campingplätzen (20–30 €). Die Stadt ist ruhiger als Akureyri, bietet aber alle wichtigen Dienstleistungen und eine frische Atmosphäre.

Tag 6

Von Blönduós zur Halbinsel Snæfellsnes (200 km, 3 Stunden Fahrt + Erkundung der Umgebung)

Schwerpunkt: Vulkanlandschaften, Lavaformationen und dramatische Küsten

Am sechsten Tag geht es westwärts zur Halbinsel Snæfellsnes, die wegen ihrer geballten Vielfalt oft als „Island im Kleinformat“ bezeichnet wird. An diesem Tag ist die Fahrt auf der Ringstraße kürzer, dafür die Erkundungstour länger, was ihn perfekt für tiefere Entdeckungen macht.

Wichtige Stopps:

Camping: Auf der Halbinsel Snæfellsnes gibt es mehrere Campingplätze. Der Campingplatz Grundarfjordur (25–35 €) ist ideal gelegen, um die Halbinsel zu erkunden. Ziehen Sie einen Aufenthalt von zwei Nächten in Betracht, um diese gebietsreiche Gegend vollständig zu erkunden.

Tag 7

Halbinsel Snæfellsnes nach Reykjavík (170 km, 2,5 Stunden Fahrt)

Schwerpunkt: Rückreise, letzte Erkundungen und Rückblick

Am siebten Tag kehren Sie nach Reykjavik zurück und schließen damit die Rundfahrt auf der Ringstraße ab. Die Fahrt ist relativ kurz, sodass Zeit für letzte Erkundungen oder eine gemächliche Rückfahrt bleibt. Viele Reisende nutzen diesen Tag, um ihre Lieblingsorte noch einmal zu besuchen oder Reykjavik gründlicher zu erkunden.

Wichtige Zwischenstopps:

Unterkunft: Kehren Sie zu Ihrem Wohnmobilstellplatz in Reykjavik zurück oder buchen Sie eine Unterkunft für Ihre letzte Nacht. Viele Campingplätze sind ganzjährig geöffnet.

Praktische Planungshinweise

Zeitplanung und Tempo

Diese siebentägige Reiseroute erfordert eine Fahrstrecke von über 1.300 Kilometern, wobei Zeit für Erkundungen eingeplant werden muss. Die Tage sind lang (3–4 Stunden Fahrt plus Erkundungen), starten Sie also früh (6–7 Uhr morgens), um das Tageslicht optimal zu nutzen und Fahrten im Dunkeln zu vermeiden. Der Sommer bietet endloses Tageslicht; Frühling und Herbst bieten lange Tage; der Winter erfordert mehr Planung aufgrund des begrenzten Tageslichts.

Wetter und Straßenverhältnisse

Das Wetter in Island ändert sich schnell. Packen Sie Kleidung zum Überziehen ein – Sie werden Sonne, Regen, Wind und manchmal sogar Schnee erleben, selbst im Sommer. Überprüfen Sie täglich die Websites zu den Straßenverhältnissen (Road.is). F-Straßen (Bergpässe) können im Winter oder im frühen Frühling gesperrt sein; bleiben Sie in der Nebensaison auf der Ringstraße, es sei denn, Sie verfügen über einen Allradantrieb und Erfahrung.

Tankplanung

Auf weiten Abschnitten der Ringstraße gibt es nur wenige Tankstellen. Planen Sie Tankstopps strategisch, insbesondere in Egilsstaðir und an der Nordküste. Die meisten Wohnmobiltanks fassen 50–80 Liter, was für mehrere hundert Kilometer ausreicht. Kraftstoff kostet in Island etwa 1,50–1,70 € pro Liter.

Einkaufen im Supermarkt

Decken Sie sich in größeren Städten (Reykjavík, Akureyri, Egilsstaðir, Höfn) ein. In kleinen Ortschaften ist das Angebot begrenzt und die Preise sind höher. Frische Produkte, Milchprodukte und Fleisch dürfen nicht nach Island importiert werden – kaufen Sie diese vor Ort. Bringen Sie Grundnahrungsmittel mit, die Sie nicht finden können, aber rechnen Sie damit, hauptsächlich in Island einzukaufen.

Tipps für die Ringstraße

Buchen Sie Campingplätze in der Hochsaison (Juni–August) im Voraus. Laden Sie Offline-Karten herunter – der Mobilfunkempfang ist in besiedelten Gebieten gut, fehlt jedoch in abgelegenen Abschnitten. Führen Sie einen Ersatzreifen, grundlegendes Werkzeug und Notfallausrüstung mit. Nähern Sie sich niemals Wasserfällen oder Klippen, ohne die Sicherheit zu prüfen – Islands Naturgewalten sind mächtig. Nehmen Sie sich Zeit; Eile verursacht Stress und lässt Sie das Magische verpassen.

Über die sieben Tage hinaus

Viele Reisende verlängern ihre Ring-Road-Reise auf 10–14 Tage, um auch sekundäre Sehenswürdigkeiten näher erkunden zu können. Die Halbinsel Snæfellsnes (2–3 Tage), Erkundungstouren auf den F-Straßen im Hochland oder mehrtägige Aufenthalte an besonders faszinierenden Orten bereichern das Erlebnis. Die Ring Road ist kein Wettrennen – sie ist eine Einladung, die dramatischsten Kräfte der Erde bei der Arbeit zu erleben.

Diese siebentägige Reiseroute bietet eine hervorragende Einführung in die Ringstraße und deckt Islands bekannteste Sehenswürdigkeiten ab, während die täglichen Fahrstrecken überschaubar bleiben. Passen Sie sie Ihren Interessen an: Gletscherfans könnten zusätzliche Zeit in der Nähe des Vatnajökull verbringen; Wasserfallliebhaber könnten an der Südküste verweilen; Fotografen könnten den Abschnitt auf der Halbinsel Snæfellsnes verlängern. Die Flexibilität der Ringstraße bedeutet, dass Ihr Abenteuer einzigartig und ganz Ihr eigenes sein wird.