Verkehrsregeln in Dänemark
In Dänemark herrscht Rechtsverkehr, wie im übrigen Kontinentaleuropa und in Nordamerika. Kommen Sie aus Großbritannien, Australien oder Japan? Nehmen Sie sich an Kreisverkehren und Kreuzungen ein paar Minuten Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Die dänischen Verkehrsregeln werden streng durchgesetzt, mit fest installierten und mobilen Radarkameras im ganzen Land und Bußgeldern, die wehtun. Die Regel, gegen die Besucher am häufigsten verstoßen, ist zugleich die einfachste: Das Abblendlicht muss Tag und Nacht eingeschaltet sein.
Die wichtigsten Verkehrsregeln, die Sie beim Fahren mit einem Wohnmobil in Dänemark beachten sollten:
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: 130 km/h auf Autobahnen, 80 km/h außerhalb von Ortschaften und 50 km/h in Ortschaften und bebauten Gebieten. Für schwerere Wohnmobile (in der Regel über 3.500 kg) gelten meist niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen, oft etwa 80 km/h selbst auf Autobahnen. Überprüfen Sie daher die Geschwindigkeitsbegrenzung für die Gewichtsklasse Ihres Fahrzeugs.
- Scheinwerfer immer eingeschaltet: Das Fahren mit Abblendlicht ist zu JEDER Zeit vorgeschrieben, Tag und Nacht, das ganze Jahr über. Dies wird streng kontrolliert und ist einer der häufigsten Gründe für Bußgelder bei Besuchern. Die meisten modernen Mietfahrzeuge verfügen über ein automatisches Tagfahrlicht, aber vergewissern Sie sich, dass das Abblendlicht vollständig eingeschaltet ist, insbesondere in der Dämmerung.
- Anlegepflicht für Sicherheitsgurte: Alle Insassen müssen angeschnallt sein, sowohl vorne als auch hinten. Kinder benötigen einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung, die ihrer Größe und ihrem Gewicht entspricht.
- Alkoholgrenzwert: 0,05 %, es finden regelmäßige Alkoholkontrollen statt. Am sichersten ist es, hinter dem Steuer überhaupt keinen Alkohol zu trinken. Die Strafen reichen von hohen Bußgeldern bis zum Führerscheinentzug.
- Keine Autobahnvignette: In Dänemark gibt es KEINE Vignette oder Windschutzscheibenaufkleber, und die Autobahnen sind komplett mautfrei. Sie zahlen nur an den beiden großen Brücken (mehr dazu weiter unten).
- Achten Sie auf Radfahrer: Dänemark ist eine der weltweit führenden Fahrradnationen, insbesondere Kopenhagen. Neben vielen Straßen verlaufen eigene Radwege, achten Sie daher auf Fahrräder, bevor Sie rechts abbiegen und bevor Sie eine Tür öffnen.
- Handynutzung: Während der Fahrt darf das Handy nicht in der Hand gehalten werden. Verwenden Sie eine Freisprecheinrichtung oder halten Sie sicher am Straßenrand an. Es drohen Bußgelder.
- Vorfahrt und Kreisverkehre: Geben Sie den bereits im Kreisverkehr befindlichen FahrzeugenVorfahrt, und wenn keine Markierungen vorhanden sind, den von rechts kommenden Fahrzeugen. Die flachen, übersichtlichen Kreuzungen sind gut ausgeschildert und leicht zu erkennen.
Die beiden mautpflichtigen Brücken
Dänemark besteht aus der Halbinsel Jütland sowie rund 400 Inseln, vor allem Seeland (wo Kopenhagen liegt) und Fünen (Odense), die durch Brücken miteinander verbunden sind. Die Autobahnen sind mautfrei, aber zwei große Brücken sind mautpflichtig und nicht gerade günstig. Sie bestimmen fast jede Inselhopping-Route, die Sie planen werden.
Die Große-Belt-Brücke (Storebæltsbroen) verbindet Seeland mit Fünen, und auf der Strecke von Kopenhagen nach Jütland gibt es keine realistische Alternative dazu. Ein Pkw oder kleines Wohnmobil zahlt etwa 250 DKK (ca. 34 €) für eine einfache Fahrt, größere Wohnmobile zahlen je nach Länge einen höheren Betrag. Die Öresundbrücke (Øresundsbron) verbindet Dänemark mit Schweden (Kopenhagen mit Malmö) und ist nur relevant, wenn Sie nach Schweden einreisen. Bei beiden Brücken erfolgt die Abrechnung über das Kennzeichen, per Karte oder mit BroBizz, ohne dass Sie an einer Mautstelle anhalten müssen.
Profi-Tipp: Fahren Sie ein größeres Wohnmobil? Planen Sie die Maut für den Großen Belt entsprechend der Länge ein und denken Sie daran, dass Sie bei einer Rundreise ab Kopenhagen die Brücke zweimal überqueren müssen – hin und zurück. Informieren Sie sich unter storebaelt.dk über den aktuellen Tarif für Ihre Fahrzeuglänge. Starten Sie eine Reise mit Schwerpunkt Jütland von Billund, Aarhus oder Aalborg aus, dann umgehen Sie die Maut für den Großen Belt komplett.
Straßenverhältnisse und Gelände
Die dänischen Straßen sind hervorragend: flach, glatt und gut instand gehalten. Der höchste Punkt des Landes liegt bei etwa 170 m, daher gibt es keine Bergpässe, keine steilen Steigungen und keine Haarnadelkurven – nur entspanntes Fahren. Die Entfernungen sind kurz, sodass sich eine Rundreise mit dem Wohnmobil eher gemächlich als mühsam anfühlt. Der Wind ist das Einzige, was man ernst nehmen sollte.
- Wind: Dänemark ist ein windiges, maritimes Land, besonders an der exponierten Westküste Jütlands, in Skagen sowie auf Rømø und Fanø. Hochseitige Wohnmobile sind an der offenen Küste und auf der Großbrücke dem Seitenwind ausgesetzt; halten Sie daher beide Hände am Lenkrad.
- Fahren im Winter (November–März): Die Straßen können vereisen und die Tage sind kurz – im Dezember gibt es etwa 7 Stunden Tageslicht. Bei Kälteperioden werden Winterreifen empfohlen. Die meisten Campingplätze sind geschlossen; erkundigen Sie sich daher vor einer Anmietung im Winter, welche geöffnet sind.
- Kein wildes Übernachten: Sie dürfen nicht am Straßenrand, auf Rastplätzen oder Parkplätzen übernachten. Ein kurzes Sicherheitsnickerchen auf einem Rastplatz (rasteplads), um wieder wach zu werden, ist in Ordnung; dort zu übernachten ist es nicht (siehe Registerkarte „Camping“).
- Regen in jedem Monat: Das milde Seeklima sorgt zu jeder Jahreszeit für Regenschauer, daher sind Scheibenwischer und gute Sicht wichtig, und Ihre Scheinwerfer helfen anderen, Sie zu erkennen.
Tank- und Ladestationen
Benzin- und Tankstellen sind in ganz Dänemark gut verteilt, mit einer soliden Abdeckung auch in kleineren Orten und auf den Inseln. Auf den Hauptstrecken ist man selten weit von einer Tankstelle entfernt. Die meisten dänischen Wohnmobile fahren mit Diesel, und Dänemark gehört aufgrund der hohen Kraftstoffsteuer zu den teureren Diesel-Märkten Europas.
Diesel kostet etwa 13–16 DKK pro Liter (überprüfen Sie die Anzeige an der Zapfsäule, da die Preise schwanken). Da das Land flach ist und die Fahrstrecken kurz sind, fällt Ihre Gesamtkraftstoffrechnung in der Regel niedriger aus als bei anderen Roadtrips in Europa. An den meisten Tankstellen können Sie an Selbstbedienungssäulen rund um die Uhr mit Karte bezahlen. Fahren Sie ein Elektro- oder Hybridfahrzeug? Das dänische Ladenetz wächst schnell – nutzen Sie Apps wie PlugShare oder die App Ihres Anbieters, um Standorte zu finden.
Parken und Währung
Eine Sache, die viele überrascht: In Dänemark gilt die dänische Krone (DKK / kr), NICHT der Euro, obwohl das Land EU-Mitglied ist. Karten und kontaktloses Bezahlen funktionieren fast überall, auch an Tankstellen, auf Parkplätzen, auf Campingplätzen und an den Brücken, sodass man selten Bargeld benötigt. Halten Sie eine Karte für die kennzeichenabhängigen Brückenmautgebühren bereit.
Das Parken in den Städten Dänemarks ist gut organisiert, kann aber teuer sein, und große Wohnmobile sind in der Kopenhagener Innenstadt unpraktisch. Die meisten Reisenden parken auf einem Campingplatz am Stadtrand und fahren mit der U-Bahn oder dem Fahrrad in die Stadt. Und um es klar zu sagen: Sie dürfen ein Wohnmobil über Nacht nur auf zugelassenen Campingplätzen oder ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen (autocamperpladser) abstellen, niemals auf Parkplätzen, Raststätten oder in Wohnstraßen.